Linken-Chef Luigi Pantisano fordert nach dem Auftritt des Audi-Chefs Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump den Rücktritt Döllners von der Konzernspitze. „Ich finde, es ist eindeutig: Audi-Vorstandschef Gernot Döllner muss seinen Hut nehmen“, sagte Pantisano dem Nachrichtenportal T-Online.
Er kritisierte, dass Trump Politik für die Interessen der Reichen und Mächtigen mache, dass Mitbestimmung und Arbeitnehmerrechte ihm ein Dorn im Auge seien und dass die Menschen unter den Folgen seiner Kriege litten. „Und dann kommt ein deutscher Konzernchef auf die Bühne und macht Wahlkampfhilfe für diesen Autokraten. Man möchte vor Scham im Boden versinken.“
Pantisano kritisierte weiter: „Gerade bei VW, wo das Land Niedersachsen mit in Verantwortung ist, muss das Konsequenzen haben.“ Denn das sei auch ein „Armutszeugnis für die deutsche Politik, die offensichtlich keinen Einfluss auf die Konzernführung hat und stattdessen tatenlos dem Abbau der Arbeitsplätze hier vor Ort zuschaut“, so Pantisano. „Das Verhalten von Döllner muss Konsequenzen haben, sonst muss auch Lies sich die Wahlkampfhilfe für Trump zurechnen lassen.“
Die Bundesregierung will derweil den Auftritt des Audi-Chefs nicht öffentlich bewerten. „Wir kommentieren grundsätzlich derartige unternehmerische Entscheidungen nicht“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille am Montag auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur.
Döllner war bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Georgia gemeinsam mit Trump aufgetreten. Während Trump sein übliches Programm abspulte, bedankte sich Döllner für dessen Unterstützung und bestätigte eine milliardenschwere Investition in den USA. Damit soll Döllner gegen die eigenen Neutralitätsregeln von Audi verstoßen haben, die vorsehen, dass das Unternehmen in den letzten drei Monaten vor Wahlen keine öffentlichkeitswirksamen Termine mit kandidierenden Politikern wahrnimmt.
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