Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der scheidenden EZB-Präsidentin Christine Lagarde für ihre Amtsführung gedankt.
„Christine Lagarde hat die Europäische Zentralbank in herausfordernden Zeiten souverän geführt“, sagte Merz am Donnerstag. Die „Stabilität des Euro“ und die „Unabhängigkeit der Zentralbank“ seien bei ihr „in guten Händen“ gewesen.
Jetzt beginne der im EU-Vertrag vorgesehene Besetzungsprozess, „den wir im Kreis der Staats- und Regierungschefs der Eurozone bis zum Jahresende abschließen werden“, so der Bundeskanzler.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) pochte derweil auf eine baldige Entscheidung über die neue Führung der Europäischen Zentralbank. „Wir werden gemeinsam im Euroraum die künftige Spitze der EZB beraten und zeitnah entscheiden“, sagte er.
Er sei mit dem Bundeskanzler sowie mit seinen europäischen Amtskollegen hierzu „im engen Austausch“. Mehrere zentrale Positionen seien bei der EZB nun zu besetzen. Deutschland werde dabei sein Gewicht als größter Staat der Währungsunion einbringen, „um eine breit getragene und verantwortungsvolle neue Führung zu bilden“, so Klingbeil.
Lagarde hatte am Donnerstag angekündigt, am 7. Februar 2027 vorzeitig als EZB-Präsidentin zurückzutreten. Ihre achtjährige Amtszeit wäre regulär Ende Oktober 2027 ausgelaufen.
Zuletzt hatte es bereits Gerüchte um einen vorzeitigen Abtritt gegeben. Berichten zufolge spielte bei der Entscheidung vor allem auch die Präsidentschaftswahl in Frankreich im April 2027 eine Rolle. Mit einem Sieg der eurokritischen Rechtspopulisten um Marine Le Pen könnte die Neubesetzung der EZB-Spitze erschwert werden, so die Sorge.
Als Favoriten für die Lagarde-Nachfolge werden der frühere niederländische Zentralbankchef Klaas Knot und der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Pablo Hernandez de Cos, gehandelt. Auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hatte sich ins Spiel gebracht.
Darüber hinaus müssen auch ein neuer Chefökonom und eine Nachfolge für die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel gefunden werden, die Anfang Januar 2027 zum Internationalen Währungsfonds (IWF) wechselt.
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