Dax rutscht 2,3 Prozent ins Minus: Hedgefonds-Gerüchte und KI-Korrektur belasten Märkte

Der Dax ist am Freitag nach einem bereits schwachen Start in den Handelstag bis zum Mittag weiter ins Minus gerutscht. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.735 Punkten berechnet, 2,3 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.

„Zusätzliche Nervosität hatten gestern Gerüchte über einen größeren Hedgefonds ausgelöst, der durch die Kursverluste bei amerikanischen Technologiewerten in Schwierigkeiten geraten und zu Zwangsliquidationen gezwungen worden sein soll“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „Bestätigt sind diese Spekulationen bislang nicht. Sie verdeutlichen allerdings, wie schnell sich an den Finanzmärkten mehrere Belastungsfaktoren gegenseitig verstärken können. Hohe Bewertungen, politische Unsicherheit und mögliche Positionsauflösungen treffen dann aufeinander und lösen eine Verkaufsdynamik aus, die weit über die ursprünglichen Ursachen hinausgeht. Der Druck hatte sich über Wochen aufgebaut und sich nun innerhalb weniger Handelstage schlagartig entladen.“

„Für die kommenden Wochen muss das keineswegs ein schlechtes Zeichen sein. Die grundlegende Wachstumsdynamik im KI-Sektor hat sich durch die jüngsten Kursverluste nicht automatisch verändert. Vielmehr werden überzogene Erwartungen korrigiert und die Bewertungen wieder stärker an den wirtschaftlichen Realitäten ausgerichtet. Künstliche Intelligenz dürfte ein langfristiger Wachstumstreiber bleiben. Allerdings wird sich erst noch zeigen müssen, welche Unternehmen tatsächlich zu den großen Gewinnern gehören. Die jüngste Korrektur könnte deshalb auch die Grundlage für eine gesündere und nachhaltigere Aufwärtsbewegung schaffen. Die Chancen auf eine Jahresendrallye bleiben bestehen.“

„Unterstützung erhält der deutsche Aktienmarkt von den jüngsten Konjunkturdaten. Die Produktion im produzierenden Gewerbe ist mit einem Plus von 0,7 Prozent überraschend deutlich gestiegen. Damit erhält die Hoffnung auf eine fortschreitende wirtschaftliche Erholung in Deutschland neue Nahrung. Gerade nach den schwierigen vergangenen Jahren wächst die Zuversicht, dass die Industrie wieder stärker zum Wachstum beitragen könnte“, sagte Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1175 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8949 Euro zu haben.

Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.065 US-Dollar gezahlt (-0,6 Prozent). Das entspricht einem Preis von 116,95 Euro pro Gramm.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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