Die militante neonazistische Vereinigung ‚Baltik Korps‘ hat nach Angaben der Linksfraktion das 2021 verhängte Verbot systematisch unterlaufen. Der innenpolitische Sprecher Michael Noetzel teilte mit, dass von ursprünglich zwanzig identifizierten Mitgliedern lediglich vier Neonazis die Verbotsverfügung mit Durchsuchungsmaßnahmen erhalten hätten.
Die übrigen Mitglieder seien weitgehend unbehelligt geblieben und hätten teilweise unter den Parteienschutzschirm des ‚Dritten Wegs‘ gewechselt.
Die Gruppierung rekrutiere weiterhin vor allem junge Neonazis durch Kampfsportangebote – das Label habe sich geändert, die Aktivitäten blieben jedoch gleich.
Bei der Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Aufklärung rechtsterroristischer Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern wurden zudem Verbindungen zur AfD thematisiert. Die ‚Nationalen Sozialisten Rostock‘, die das ‚Baltik Korps‘ als Kampfverbund gegründet hatten, fänden in der rechten Partei offenbar eine neue politische Heimat.

