Die Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern hat vor einer weiterhin aktiven Neonazi-Struktur des verbotenen „Combat 18“-Netzwerks im Nordosten gewarnt. Der innenpolitische Sprecher Michael Noetzel sagte am Montag, die militante Gruppierung habe trotz des Verbots im Jahr 2020 ihre Strukturen in der Region ausgebaut und bleibe eine ernste Gefahr.
Zwei von vier bundesweiten Führungsfiguren des Netzwerks hätten starke Bezüge nach Mecklenburg-Vorpommern, so Noetzel weiter.
Ein mutmaßlicher Funktionär habe sogar ein Gewerbe in Malchin angemeldet, vermutlich für Produktion und Vertrieb von Hassmusik. Zudem seien durch Mitgliedsbeiträge zwei weitere Angehörige der verbotenen Vereinigung in der Region identifiziert worden.
Der Linken-Politiker kritisierte, dass die Gruppierung nicht bereits im Jahr 2000 verboten wurde, als das Bundesinnenministerium erstmals gegen die Struktur vorging.
Drei Neonazis aus Güstrow, Pasewalk und Demmin müssten sich wegen des Vorwurfs der Fortführung der verbotenen Organisation nun vor Gericht verantworten. Noetzel forderte ein konsequenteres Vorgehen gegen faschistische Strukturen.
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