Schleuserbande aus Kiel zu langen Haftstrafen in Frankreich verurteilt

Ein Gericht in Paris hat den Kopf einer Schleuserbande aus Kiel zu 15 Jahren Haft verurteilt. Sieben weitere Mitglieder der Gruppierung erhielten Freiheitsstrafen von bis zu zwölf Jahren, wie die Staatsanwaltschaft Kiel und die Bundespolizeiinspektion Rostock mitteilten.

Die Bande hatte Ausländer aus griechischen und italienischen Flüchtlingslagern nach Deutschland geschleust und sie dann über Frankreich nach Großbritannien weiterverbringen wollen.

Bereits seit 2021 ermittelten internationale Behörden gegen den 45-jährigen irakischen Bandenchef, der 2022 von Frankreich nach Kiel gezogen war. Deutsche Ermittler aus Rostock und Kiel konnten nachweisen, dass er seine Schleusertätigkeit von Deutschland aus fortsetzte.

Bei einer Überfahrt im August 2023 kenterte ein völlig überladenes Schlauchboot mit 67 Menschen im Ärmelkanal, nachdem ein Motorschaden auftrat. Dabei kamen sieben Menschen ums Leben.

Die Verurteilungen sind das Ergebnis intensiver internationaler Zusammenarbeit.

Nach der Festnahme des Hauptbeschuldigten in Frankreich im August 2023 führte die Bundespolizei in Kiel umfangreiche Durchsuchungen durch und sicherte zahlreiche Beweise. Ermittlungsdelegationen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Belgien, den Niederlanden und Bulgarien arbeiteten unter Führung von Europol und Eurojust zusammen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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