Experten des Deutschen Meeresmuseums: Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee ist vermutlich tot

Experten des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund gehen davon aus, dass der in der Ostsee mehrfach gestrandete Buckelwal wohl nicht mehr lebt.

„Da sich der Wal in einem extrem geschwächten Zustand befand und nach früheren Rettungsversuchen innerhalb kurzer Zeit immer wieder strandete, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen und nicht mehr lebt“, teilte das Museum am Dienstag mit.

Die letzte nachweisbare Sichtung des Buckelwales im offenen Meer erfolgte den Experten zufolge am 2. Mai um 9:24 Uhr mithilfe einer Drohne. Danach gab es keine weiteren unabhängig verifizierbaren Informationen über den Aufenthaltsort und die gesundheitliche Verfassung des Tieres mehr.

Das Museum, das selbst Forschungsprojekte zu Fragestellungen der Meeresumwelt durchführt, pochte auf Nachweise für den Erfolg der privaten Rettungsmission. Denn unabhängig verifizierbare wissenschaftliche Informationen seien für den Umgang mit zukünftigen Lebendstrandungen von Großwalen von enormer Bedeutung.

Man brauche das exakte Modell des Trackers, den Ort und die Art der Befestigung am Wal mit Fotonachweis, die kompletten übertragenen Rohdaten sowie Zugriff zur Live-Übertragung der Daten. Verifizierbare Informationen über den Zustand des Wales seien nicht nur von großem wissenschaftlichem und öffentlichem Interesse, sondern sollten im Eigeninteresse der privaten Initiative erfolgen, schreiben die Wissenschaftler.

Während es selten vorkommt, dass sich Buckelwale in die Ostsee verirren, werden jährlich mehrere Dutzend Schweinswale tot an der deutschen Ostseeküste gefunden – Studien gehen teils sogar von hunderten Todesfällen pro Jahr in der westlichen Ostsee aus. Als größte Bedrohung für die Meeressäugertiere gelten Stellnetze aus feinen Nylonfäden, die für die Echoortung der Wale fast unsichtbar sind. Verfangen sich Schweinswale darin, können sie nicht mehr zum Atmen auftauchen und ertrinken. Die Schweinswal-Population in der zentralen Ostsee ist vom Aussterben bedroht, während auch die Bestände der genetisch davon unterscheidbaren Population in der westlichen Ostsee deutlich zurückgehen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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