DGB fordert höhere Erbschaftsteuer und Vermögensteuer gegen Kommunen-Finanznot

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat vor der schwierigen finanziellen Lage der Kommunen gewarnt und dabei neben einer Vermögenssteuer auf eine höhere Erbschaftssteuer gepocht.

Zukunftsinvestitionen dürften nicht gegen den Sozialstaat ausgespielt werden, sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

„Die fortwährend diskutierten Kürzungen beim Bürgergeld, bei Bildungsprogrammen und bei der Entwicklungszusammenarbeit weisen dabei ebenso in die falsche Richtung, wie die drastisch reduzierten Gelder für die Dekarbonisierung der Industrie und den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Wir erwarten von den Parlamentariern, dass all diese angekündigten Kürzungen abgewendet werden“, fügte Körzell hinzu.

Zwar weise der Haushalt mit Investitionen in Höhe von 116 Milliarden Euro in die richtige Richtung, sagte Körzell. „Gleichzeitig zeigt sich, dass mittelfristig trotz Sondervermögen die Spielräume enger werden“, warnte er. Der Gewerkschafter verwies auf die schwierige finanzielle Lage von Kommunen. „Vor allem bei den Kommunen reichen die Anstrengungen angesichts des dortigen Investitionsstaus von 216 Milliarden Euro und der strukturellen Unterfinanzierung aber bei Weitem nicht aus“, sagte der Gewerkschafter. „Hier braucht es eine dauerhafte Lösung, um die Einnahmen nachhaltig zu stärken – etwa durch eine Vermögensteuer und eine gerechtere Erbschaftsteuer.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Ifo: Geschäftsklima in der Automobilindustrie steigt erneut

    Das Geschäftsklima in der Automobilindustrie hat sich im Februar erneut verbessert. Der vom Münchener Ifo-Institut gemessene Indikator stieg auf -15,6 Punkte, von -19,1 Punkten im Januar.Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle…

    Iran-Krieg und Ölpreis: Ökonomin Malmendier warnt vor wirtschaftlichen Folgen bei langer Dauer

    Die frühere Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier warnt vor den Folgen eines langen Iran-Krieges. „Viele haben Trump gewählt, weil sie die USA nicht im Krieg sehen wollen. Nun kommt es darauf an,…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert