Linnemann: `Ich traue mir das zu` – Designierter Gesundheitsminister verteidigt sich gegen Kritik und will Zahl der Krankenkassen senken

Der designierte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat Zweifel an seiner Eignung für das Amt zurückgewiesen und begründet, warum er sich vor einem Jahr noch gegen den Gesundheitsministerposten ausgesprochen hatte.

„Wenn die Uhr auf die Zeit kurz nach der Bundestagswahl zurückgedreht würde, würde ich wieder so antworten“, sagte Linnemann der „Bild“. „Die Ausgangslage war damals eine andere. Ich hatte im Wahlkampf immer wieder für die Abschaffung des Bürgergelds geworben. Das war ein zentrales Versprechen der Union. Das wollte ich unbedingt einlösen.“ Daher habe er sich für eine Doppelfunktion entschieden: „Ich machte als Generalsekretär weiter, um im Koalitionsausschuss mitreden zu können, und ich übernahm das Amt des Fraktionsvize für Arbeit und Soziales, um die Reform im Bereich der Grundsicherung voranzutreiben und dramatische Fehlentwicklungen zu stoppen und umzukehren.“

Jetzt sei das Bürgergeld Geschichte, so Linnemann, und die neue Grundsicherung eingeführt. „Gleichzeitig verhandle ich jetzt seit über einem Jahr auch die Gesundheitsthemen im Koalitionsausschuss und sehe, dass auch im Gesundheitswesen ein erheblicher Reformdruck vorliegt.“ Das Gesundheitsministerium sei „zu einem der zentralen Reformressorts der Regierung geworden“, so der CDU-Politiker weiter. „Das war auch der Grund, warum mich der Bundeskanzler gebeten hat, das Ressort zu übernehmen. Wir müssen einfach wissen: Wir haben eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt, aber eben nicht eines der besten. Weder sind die Menschen in Deutschland im Durchschnitt gesünder als anderswo, noch haben wir eine höhere Lebenserwartung.“ Er habe „großen Respekt vor der neuen Aufgabe“, so Linnemann. „Ich weiß, dass ich mich noch tiefer werde einarbeiten müssen. Aber ich traue mir das zu.“

Dem Sender Phoenix hatte Linnemann im Mai 2025 gesagt, es sei nicht „sein Ding“, Minister zu sein, nur damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt: Warum wird der Gesundheitsminister, was hat der damit zu tun? Und deswegen: Schuster, bleib` bei deinen Leisten, mach das, was du kannst.“

Linnemann kündigte an, im neuen Amt die Zahl der Krankenkassen reduzieren zu wollen und die Beiträge zu stabilisieren: „Für die Reduzierung der Zahl der Krankenkassen setze ich mich ja seit Langem ein. Und dass die Sozialbeiträge stabilisiert, ja eigentlich sinken müssten, steht außer Frage. Aber es wird nicht einfach werden. Da mache ich mir nichts vor.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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