Der 13. September ist der Welt-Sepsis-Tag. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport in Mecklenburg-Vorpommern teilte mit, dass nach Schätzungen jährlich rund 230.000 Menschen an einer Sepsis erkranken.
Die Krankheit wird im Volksmund auch Blutvergiftung genannt und ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion. Unbehandelt endet sie immer tödlich.
Gesundheitsministerin Stefanie Drese erklärte vor dem Aktionstag, die Warnzeichen einer Sepsis würden trotz der Häufigkeit medizinischer Notfälle oft zu spät erkannt.
Grund dafür seien auch falsche Vorstellungen, die sich bei vielen Menschen hielten. Viele dächten bei einer Blutvergiftung nur an offene Hautwunden.
Tatsächlich könne jede Infektion eine Sepsis auslösen, darunter auch Infektionen der Lunge, des Bauchraums oder der Harnwege. Ebenso sei die verbreitete Annahme falsch, ein roter Strich auf der Haut, der von einer Wunde in Richtung Herz verlaufe, reiche als Erkennungszeichen aus.
Eine Sepsis lasse sich dadurch nicht immer feststellen. Ein deutlich wichtigeres Warnsignal sei die Verbindung aus einer Infektion und einer klaren Verschlechterung des Allgemeinzustands.
Drese zufolge sollten mögliche Symptome deshalb genau beobachtet werden.
Treten bei einer Infektion Schüttelfrost und möglicherweise Fieber sowie mindestens eines von mehreren Zeichen wie starke Schmerzen, ein bis dahin unbekanntes Krankheitsgefühl, Verwirrtheit, Wesensveränderung, Atemnot, Kurzatmigkeit, Herzrasen oder niedriger Blutdruck auf, sollte nicht abgewartet werden. Gleiches gelte bei kalter, feuchter und fleckiger Haut.
Eine Sepsis sei immer ein medizinischer Notfall. Bei Verdacht müsse sofort die 112 gewählt werden, weil mit jeder Verzögerung der Behandlung die Sterblichkeit steige.
Zudem könne es helfen, den Rettungsdienst über chronische Erkrankungen der betroffenen Person zu informieren. Menschen mit Erkrankungen etwa der Lunge, Leber oder des Herzens seien besonders gefährdet.
Zur Risikogruppe zählen außerdem Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Menschen über 60 Jahre, Schwangere Frauen und Mütter nach der Geburt, Menschen nach einer erst kurz zurückliegenden Operation sowie Personen, die bereits eine Sepsis durchgemacht haben.
Eine Impfung gegen Sepsis gibt es zwar nicht, doch Impfungen können nach Angaben Dreses helfen, Infektionen zu vermeiden, die eine Sepsis auslösen können. Dazu zählen etwa die Pneumokokken- und die Grippeschutzimpfung.
Menschen mit erhöhtem Risiko sollten ihren Impfschutz regelmäßig überprüfen lassen und empfohlene Impfungen wahrnehmen. Drese sagte, Sepsis lasse sich nicht immer verhindern, könne aber schneller erkannt und behandelt werden.
Wissen über das Krankheitsbild sei der beste Schutz für sich selbst und Angehörige.
Weiterführende Informationen bietet die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis, an der auch die Universitätsmedizin Greifswald beteiligt ist. Auf www.deutschland-erkennt-sepsis.de stehen Materialien für Patienten, pflegende Angehörige, Schwangere und Eltern sowie für medizinisches Fachpersonal bereit.
Foto: via dts Nachrichtenagentur

