SPD-Frauen fordern Familienstartzeit und Umlageverfahren gegen Elterngeld-Kürzungen

Die SPD-Frauen schlagen die Einführung einer Familienstartzeit vor, um Einschnitte beim Elterngeld auszugleichen. „Die vorgeschlagenen Kürzungen von Ministerin Prien sind ein gleichstellungspolitischer Rückschritt“, heißt es dazu in einem Beschluss, über den der „Spiegel“ berichtet. „Ein wesentlicher Teil der Einsparungen käme dadurch zustande, dass in vielen Familien die bislang von der Mutter genutzten zwölf Monate faktisch auf neun Monate reduziert würden.“

Um „das Elterngeld kurzfristig in der jetzigen Form zu erhalten, fordern wir die Einführung einer vierwöchigen Familienstartzeit“, heißt es dazu weiter. Partner sollen demnach nach der Geburt eines Kindes vier Wochen lang bei vollem Lohnausgleich freigestellt werden. Finanziert werden soll dies laut Vorschlag der Sozialdemokratinnen über ein Umlageverfahren, an dem sich auch Arbeitgeber beteiligen. Man sei der Überzeugung, dass Arbeitgeber ihren Anteil leisten müssten für ein Land, „das familienfreundlich ist und das Bekommen von Kindern fördert“, heißt es dazu in dem Beschluss der SPD-Frauen. Kinder würden zu Arbeitnehmern.

Firmen würden durch eine Familienstartzeit nicht übermäßig belastet, argumentiert die SPD. „Ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern müsste durchschnittlich gut 400 Euro pro Monat dafür in die Umlage zahlen“, sagte Felix Döring, SPD-Abgeordneter und Mitglied im Haushaltsausschuss, dem „Spiegel“. „Zeigen Sie mir ein Unternehmen in der Größenordnung, das davon überfordert wäre.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Reiner Haseloff empfiehlt Friedrich Merz eine empathische Ansprache an die Bevölkerung

    Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), empfiehlt Bundeskanzler Friedrich Merz, mit einer empathischen Rede an die Nation wieder Zugang zum eigenen Volk zu finden.„Er weiß, dass er der…

    Dax schließt 0,2 Prozent im Minus: Ölpreis, Anleiherenditen und Fed belasten die Börse

    Am Dienstag hat der Dax nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.402 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,2 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag. Nach einem schwachen…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert