Künstliche Intelligenz spielt bei der Personalsuche in Deutschland bislang nur eine Nebenrolle: Nur zwölf Prozent der Unternehmen setzen KI im Bewerbungsprozess ein. Das geht aus einer Befragung von 602 Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hervor, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet.
Am häufigsten wird KI demnach zum Entwerfen von Stellenanzeigen genutzt. Neun Prozent der Unternehmen setzten entsprechende Anwendungen bereits ein. Sechs Prozent nutzten KI für die erste Sichtung eingehender Bewerbungen. Fünf Prozent arbeiten der Befragung zufolge mit KI-basierten Kompetenz- oder Potenzialanalysen.
Noch seltener komme die Technologie in direkten Gesprächen mit Bewerbern zum Einsatz. Zwei Prozent der Unternehmen ließen Bewerbungsgespräche bereits von einer KI führen. Weitere 17 Prozent könnten sich dies künftig vorstellen.
Nach Einschätzung von Bitkom bremst vor allem die Rechtslage viele Unternehmen aus. „Aus meiner Sicht gibt es selbst bei unseren Mitgliedern, die schon sehr digitalaffin sind, noch Zurückhaltung aufgrund der Regulatorik“, sagte die Bitkom-Bereichsleiterin für Future of Work und Arbeitsrecht, Adél Holdampf-Wendel, der „Welt am Sonntag“. Besonders betroffen sei das Recruiting. KI-Systeme für Personalentscheidungen fielen grundsätzlich unter die Hochrisiko-Regeln der europäischen KI-Verordnung. „Damit zurechtzukommen, ist anspruchsvoll“, so Holdampf-Wendel weiter.
Gleichzeitig sehen viele Unternehmen Potenzial für die Technologie. So können sich 59 Prozent vorstellen, KI für Stellenanzeigen einzusetzen. Mehr als ein Drittel (34 Prozent) kann sich KI-gestützte Kompetenz- oder Potenzialanalysen vorstellen, 27 Prozent den Einsatz bei der ersten Sichtung von Bewerbungen.
Foto: via dts Nachrichtenagentur

