Eine Recherche des Antifa-Netzwerks EXIF hat nach Angaben des innenpolitischen Sprechers der Linksfraktion in Mecklenburg-Vorpommern, Michael Noetzel, wesentlich zum Verbot der Neonazi-Organisation Combat 18 im Januar 2020 beigetragen. Die Veröffentlichung enthüllte demnach bis ins Detail die Strukturen und Akteure der Gruppe, die sich als bewaffneter Arm der verbotenen Blood-and-Honour-Bewegung verstand.
Laut Noetzel veröffentlichten die Aktivisten Kontoauszüge mit Mitgliedsbeiträgen und interne Verhaltensregularien, was bei Ermittlern für Erstaunen und bei Neonazis für Verunsicherung sorgte.
Die Sicherheitsbehörden hätten daraufhin ihre Arbeit intensiviert, nachdem die umfangreichen Informationen plötzlich öffentlich zugänglich waren. Stanley R., eine Führungsperson von Combat 18 aus Greifswald, habe sich hilfesuchend an einen Gründer des internationalen Netzwerks gewandt.
Der Druck zum Handeln sei durch die Veröffentlichung sowohl bei den Neonazis als auch bei den Behörden gestiegen, erklärte Noetzel im Untersuchungsausschuss zur Aufklärung rechtsterroristischer Strukturen.
Das Bundeskriminalamt hatte demnach zuvor nur begrenzte Mittel für die Aufklärung des gewaltpropagierenden Netzwerks zur Verfügung.
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