VÖB-Präsident Große sieht Chancen für öffentliche Banken bei möglicher Commerzbank-Übernahme durch Unicredit

Die öffentlichen Banken in Deutschland sehen sich als Profiteur einer möglichen Übernahme der Commerzbank durch den italienischen Konkurrenten Unicredit.

„Fusionen bieten immer auch Chancen für die Konkurrenz“, sagte Thomas Groß, Präsident des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands, (VÖB) dem „Handelsblatt“. „Wenn es Verunsicherung und interne Diskussionen bei einem Wettbewerber gibt, profitieren andere Banken davon: im Kundengeschäft genauso wie bei der Rekrutierung von Mitarbeitern.“

Der VÖB vertritt unter anderem die Interessen der Landesbanken und der Förderbanken. „Sollte es zu einem großen Zusammenschluss kommen, ergäben sich weitere Möglichkeiten für alle anderen im Markt tätigen Banken, auch für die öffentlichen Institute“, erklärte Groß, der auch Chef der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ist. Die Commerzbank befürchtet, dass bei einer Zusammenlegung mit der deutschen Unicredit-Tochter HVB viele Firmenkunden ihr Kreditengagement reduzieren würden, um nicht zu abhängig von einem Institut zu werden.

Groß zufolge haben die öffentlichen Banken genügend Kapazität, um diese Lücke zu schließen und ihr Kreditgeschäft auszubauen. „Die Gruppe der öffentlichen Banken ist groß und kann bei Bedarf zusätzliche Kredite vergeben“, sagte er. Sie habe bei Unternehmensfinanzierungen in Deutschland bereits heute einen Marktanteil von rund einem Drittel. „Ich sehe keine Gefahr, dass es wegen einer Bankenfusion zu Engpässen bei der Finanzierung in Deutschland kommt“, so Groß.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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