Bayerns Ministerpräsident Söder kritisiert Benachteiligung süddeutscher Windkraftprojekte bei EEG-Auktionen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert von der Bundesregierung mehr Unterstützung für den seit langem stockenden Bau von Windkraftanlagen in Bayern.

Der Windausbau im Süden müsse gefördert werden und dürfe nicht ausgebremst werden, sagte Söder der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Dafür setze sich die Staatsregierung in Berlin ein. Bayern dringt deshalb zusammen mit Baden-Württemberg auf eine Nachbesserung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Bayern habe bei der Genehmigung neuer Windkraftanlagen „eine echte Trendwende hingelegt“, sagte Söder der FAS. Es werde aber bei der Vergabe von Zuschlägen für den Bau von Windstromanlagen durch die Bonner Bundesnetzagentur zu wenig berücksichtigt, kritisierte er. „Wir haben über 700 Windräder, die zeitnah zur Realisierung anstehen, aber wegen der aktuellen Rahmenbedingungen keinen Zuschlag im EEG erhalten.“

Die Zuschläge für den Bau von Windkraftanlagen werden in einem bundesweiten Auktionsverfahren von der Netzagentur vergeben. Vereinfacht ausgedrückt erhalten dabei diejenigen Windkraftprojekte den Zuschlag, die mit der niedrigsten EEG-Förderung auskommen.

Windräder im windreichen Norden Deutschlands können häufig zu niedrigeren Kosten Strom erzeugen als solche in Süddeutschland und sind deshalb im Vergabeverfahren erfolgreicher. Bayern und Baden-Württemberg fordern deshalb, dass insgesamt mehr Windkraftprojekte ausgeschrieben und 20 Prozent der Ausschreibungsmenge für Süddeutschland reserviert werden. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) steht dem skeptisch gegenüber. Ihr Ministerium bereitet derzeit eine Novelle des EEG vor.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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