Angesichts der hohen Zahl von tödlichen Badeunfällen in diesem Sommer hat der Präsident des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister, Peter Harzheim, Eltern dazu aufgefordert, sich stärker um die Schwimmfähigkeit ihrer Kinder zu kümmern.
„Viele Eltern kümmern sich heute viel zu wenig darum, dass ihre Kinder sicher schwimmen lernen“, sagte Harzheim der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). „Es reicht nicht aus, die Kinder irgendwo abzugeben und zu sagen: Jetzt macht mal.“
Besonders kritisch sieht Harzheim die Smartphone-Nutzung von Eltern im Freibad. „Wenn sie im Freibad sind, hängen sie vor ihren Smartphones, statt sich ihren Kindern zu widmen“, so Harzheim. „Diese Smartphones in Freibädern sind eine Katastrophe.“
Zudem beklagte er einen Personalmangel in vielen Bädern. „Uns fehlen mehr als 3.000 Bademeister“, sagte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister. Das habe Folgen. „Wegen des Personalmangels müssen die Öffnungszeiten in Schwimmbädern verkürzt werden. Darunter leidet wiederum die Schwimmfähigkeit junger Menschen“, führte Harzheim aus.
Die Linke forderte die Bundesregierung auf, das Problem anzugehen. „Die erschreckend hohen Opferzahlen bei Badeunfällen haben viel mit der mangelnden Schwimmtauglichkeit junger Menschen zu tun“, sagte Linken-Politikerin Janine Wissler der Zeitung. Wer nichts oder zu wenig gegen marode oder fehlende Schwimmbäder tue, nehme Jahr für Jahr immer mehr Badeunfälle in Kauf, kritisierte sie. Aus ihrer Sicht brauche es „mindestens eine Milliarde Euro jährlich für die Schwimmbäder bis Mitte der 2030er-Jahre“, so Wissler.
„Ferner brauchen wir mehr und besseren Schwimmunterricht, damit alle Kinder zum Ende der Grundschule sicher schwimmen können, außerdem kostenlosen Eintritt für alle Kinder in Schwimmbäder und die unentgeltliche Nutzung von Schwimmbädern für Sportvereine, Schulen und Hochschulen“, sagte die Linken-Politikerin. Deutschland dürfe „kein Land der Nichtschwimmer werden“.
Foto: via dts Nachrichtenagentur

