Funke-Verlegerin fordert von Medienbranche mehr Selbstkritik

Funke-Verlegerin Julia Becker hat die Medienbranche zu einem selbstkritischen Umgang mit der eigenen Rolle aufgerufen. Medien würden zu häufig von „dem Osten“ sprechen, als handele es sich um eine eigene Kategorie, sagte Becker am Donnerstag beim Stiftungstag der Brost-Stiftung auf Zeche Zollverein in Essen.

Ein westdeutsch geprägter Blick könne dazu beigetragen haben, dass sich Menschen dort nicht ausreichend verstanden fühlten. Das bedeute jedoch nicht, politischen Auseinandersetzungen auszuweichen. Auch Vertreter der AfD müssten mit kritischen Fragen konfrontiert und Parteiprogramme genau geprüft werden.

Becker sprach sich zudem für eine klare Trennung von Bericht und Meinung aus. Journalismus solle verlässliche Informationen liefern, den Bürgern aber nicht vorgeben, welche Schlussfolgerungen sie daraus ziehen.

NZZ-Chefredakteur Eric Gujer, der mit Becker diskutierte, forderte mehr Offenheit für unterschiedliche Perspektiven. Glaubwürdigkeit sei das „höchste Gut“ des Journalismus. „Die Leser sind nicht dumm“, sagte Gujer. Sie bemerkten, wenn wesentliche Sichtweisen fehlten.

Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich Becker optimistisch. Vor allem die Kreativität und das Engagement junger Menschen machten ihr Hoffnung.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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