Bericht: Mitgründer der DDR-SPD und früherer Stasi-Landesbeauftragter Martin Gutzeit gestorben

Der Mitgründer der Sozialdemokratischen Partei (SDP) in der DDR und frühere Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Martin Gutzeit, ist offenbar gestorben. Das berichtet der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Gutzeits Freund, politischen Weggefährten und SDP-Mitgründer, Ex-Staatssekretär Stephan Hilsberg. Gutzeit wurde 74 Jahre alt.

Gutzeit, 1952 als Sohn eines Pfarrers in Cottbus geboren und selbst evangelischer Theologe, trieb zusammen mit seinem Studienfreund und Kollegen Markus Meckel im Frühjahr und Sommer 1989 die Initiative für die Gründung einer Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP) voran. Während Meckel eher der Mann der Organisation war, galt Gutzeit als intellektueller Kopf der Sozialdemokratie in der DDR. Am 7. Oktober 1989 war Gutzeit dabei, als sich in einem Pfarrhaus im brandenburgischen Schwante die SDP gründete.

Mit den Plänen zur Gründung stellte Gutzeit ab Sommer 1989 den Machtanspruch der SED infrage. Die SED war aus der Zwangsvereinigung von KPD und SPD hervorgegangen. Am 26. August 1989 stellte Gutzeit die Initiative zur Gründung einer Sozialdemokratischen Partei vor. Anders als oppositionelle Gruppen wie das Neue Forum wollte Gutzeit bewusst eine Partei gründen und verbindliche Strukturen schaffen.

Gutzeit saß für die SDP am Runden Tisch, später in der frei gewählten DDR-Volkskammer. Im Jahre 1993 wurde er Beauftragter des Landes Berlin für die Stasi-Unterlagen und widmete sich der Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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