Der Eigentümer des Oranienburger Folien-Spezialisten Orafol, Holger Loclair, hat sich enttäuscht gezeigt über die Leistungsbilanz der schwarz-roten Koalition. „Ich fürchte, dass es diese Koalition eher zerreißt, als dass da noch echte Reformen kommen“, sagte er dem „Focus“.
„Die Leistung der CDU ist ungenügend“, sagte er.
„Wenn ich dann noch sehe, dass sich die CDU-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst und Daniel Günther für ein AfD-Verbotsverfahren starkmachen, kann ich nur sagen: So gewinnt man Wähler sicher nicht zurück.“ Das sei „geradezu unverantwortlich“, erklärte Loclair, der laut „Forbes“ der einzige Milliardär aus Ostdeutschland ist.
„Die Brandmauer, sowohl nach rechts als auch nach links, ist jedenfalls völlig gescheitert. Das wird so nicht mehr lange gutgehen“, behauptete er.
Die Union müsse es endlich einmal mit einer Minderheitsregierung versuchen, die sich für ihre Vorhaben wechselnde Mehrheiten sucht.
Am Ende sollte die Sache entscheiden und nicht die Frage, mit wem man auf keinen Fall zusammenarbeiten will.
Die CDU müsse reinen Tisch machen und versuchen, ihre eigenen Ziele umzusetzen. Dass es mit der SPD vorerst nicht funktioniere, habe sie nun oft genug bewiesen, sagte der Unternehmer.
„Unser Staat ist nur noch mit sich selbst beschäftigt, und der Wirtschaft wird kaum noch der Stellenwert zugestanden, den sie verdient. Das wird sich rächen.“
Auf die Frage, was gefährlicher für die deutsche Demokratie sei, die Schwäche der schwarz-roten Koalition oder das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt, sagte Loclair: „Eindeutig Schwarz-Rot.“
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