Im Land Brandenburg ist die Jagdstrecke im Jagdjahr 2025/2026 zurückgegangen. Das Landwirtschafts- und Umweltministerium teilte am 5. Oktober mit, dass insgesamt 116.471 Stück Schalenwild erlegt oder als Fall- und Unfallwild der Jagdstrecke zugeordnet wurden.
Das sind 2.698 Stück oder rund 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum Schalenwild zählen unter anderem Rotwild, Damwild, Schwarzwild, Rehwild und Muffelwild.
Die Schwarzwildstrecke fiel mit 55.478 Stück rund 8 Prozent niedriger aus als 2024/2025, nachdem sie im Vorjahr deutlich gestiegen war. Bei Damwild und Rehwild nahmen die Strecken zu, die Rotwildstrecke ging zurück.
Die Rotwildstrecke lag mit 6.015 Stück um 190 Stück unter dem Vorjahreswert, ein Minus von rund 3 Prozent.
Deutliche Rückgänge gab es in Potsdam-Mittelmark und Elbe-Elster. In Potsdam-Mittelmark sank die Strecke von 119 auf 84 Stück und damit um rund 29 Prozent.
Im Landkreis Elbe-Elster wurden mit 395 Stück rund 15 Prozent weniger Rotwild gemeldet als im Vorjahr. In der Uckermark erhöhte sich die Rotwildstrecke dagegen von 664 auf 765 Stück, ein Plus von rund 15 Prozent.
Beim Damwild meldeten die unteren Jagdbehörden eine Gesamtstrecke von 7.833 Stück, 393 Stück mehr als im Vorjahr. Die höchsten Damwildstrecken entfielen weiterhin auf Oberhavel, die Uckermark und Potsdam-Mittelmark.
Die Muffelwildstrecke ging auf vier Stück zurück, nach 15 Stück im Vorjahr. Drei Stück entfielen auf Ostprignitz-Ruppin, eines auf Märkisch-Oderland.
Die Schwarzwildstrecke lag mit 55.478 Stück um 4.730 Wildschweine beziehungsweise rund 8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 60.208 Stück.
Besonders deutlich fiel der Rückgang im Landkreis Spree-Neiße aus: Dort sank die Strecke von 2.962 auf 1.695 Stück, ein Minus von rund 43 Prozent. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz verringerte sich die Strecke von 3.482 auf 2.548 Stück, rund 27 Prozent weniger.
Mit Ausnahme der Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Prignitz und Uckermark meldeten alle Landkreise und kreisfreien Städte Brandenburgs geringere Schwarzwildstrecken als im vorangegangenen Jagdjahr.
Die Rehwildstrecke stieg auf 47.141 Stück und lag damit um 1.790 Stück oder rund 4 Prozent über dem Ergebnis des Jagdjahres 2024/2025. Besonders deutlich fiel der Zuwachs in Oberhavel aus: Dort erhöhte sich die Strecke von 3.608 auf 4.173 Stück, ein Plus von rund 16 Prozent. In Oberspreewald-Lausitz nahm die Rehwildstrecke um rund 10 Prozent von 717 auf 787 Stück zu.
Die höchsten Strecken entfielen auf die Uckermark mit 6.062 Stück, Ostprignitz-Ruppin mit 4.777 Stück und die Prignitz mit 4.615 Stück. Beim Raubwild ging die Gesamtstrecke auf 66.393 Stück zurück, 6.730 Stück oder rund 9 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Rotfuchsstrecke bewegte sich mit 22.214 Stück und einem Plus von rund 1 Prozent etwa auf Vorjahresniveau. Beim Steinmarder wurden 891 Stück gemeldet, rund 10 Prozent weniger.
Die Dachsstrecke verringerte sich um rund 4 Prozent auf 3.426 Stück.
Auch die Niederwildstrecke fiel mit insgesamt 6.574 Stück rund 19 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Beim Feldhasen nahm die Strecke um rund 4 Prozent auf 1.235 Stück zu.
Beim Kaninchen wurden 26 Stück gemeldet, nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Die Fasanenstrecke verringerte sich um rund 16 Prozent auf 714 Stück.
Bei den Enten, vorwiegend Stockenten, wurden 2.485 Stück gemeldet, rund 20 Prozent weniger. Die Gänsestrecke sank um rund 33 Prozent auf 1.666 Stück, bei Ringeltauben lag sie mit 448 Stück rund 11 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Beim Waschbären sank die Strecke nach dem Allzeit-Hoch im Vorjahr um rund 14 Prozent auf 37.481 Stück. Marderhund und Mink gingen ebenfalls zurück, auf 2.348 Stück beziehungsweise 33 Stück.
Die invasiven Arten Waschbär, Marderhund und Mink machen weiterhin rund 60 Prozent der gesamten Raubwildstrecke aus.
Die invasiven Arten Nutria und Bisam unterliegen seit dem 1. Juni 2024 in Brandenburg nicht mehr dem Jagdrecht. Ihre Entnahme bleibt aber möglich.
Im Jagdjahr 2025/2026 erlegten Jäger 3.660 Nutria und 44 Bisam. Durch die Gewässerunterhaltungsverbände Brandenburgs wurden zusätzlich 2.058 Nutria und 310 Bisam entnommen.
Ministerin Hanka Mittelstädt dankte der Jägerschaft. Sie bezeichnete die Jäger als unverzichtbaren Beitrag zur Hege und Pflege sowie zum Schutz der Natur und als unersetzliche Stütze bei der Vermeidung von Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, beim Umbau zu klimaresilienten Wäldern und beim Schutz von Wildtierarten.
Die Bejagung invasiver Arten wie Waschbär und Nutria bleibe eine große Herausforderung.

