Schwerin beginnt Revitalisierung des Siebendörfer Moors

Im Siebendörfer Moor am südwestlichen Stadtrand von Schwerin haben die Arbeiten zur Revitalisierung einer 250 Hektar großen Teilfläche begonnen. Das teilte die Stadt Schwerin mit.

Die seit längerem geplante Maßnahme soll den Wasserstand in dem stark entwässerten Gebiet anheben und Intensivgrünland in naturnahe Wiesen umwandeln. Sie ist außerdem eine Kompensationsmaßnahme für die Erschließung des Industrieparks Schwerin in den Göhrener Tannen.

Das rund 900 Hektar große Niederungsgebiet, das teilweise im Landkreis Ludwigslust-Parchim liegt, gilt als wichtiger Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere.

Nachgewiesen wurden unter anderem Kiebitz, Wachtelkönig, See- und Fischadler sowie verschiedene Amphibien, Libellen und weitere Tierarten. Es dient als bedeutender Rast- und Überwinterungsplatz für Zugvögel und wird auf einigen befestigten Wegen von Wanderern und Radfahrern für die ruhige Naturbeobachtung genutzt.

Um die Moorflächen langfristig zu erhalten, soll das Wasser künftig stärker im Moor zurückgehalten werden.

Damit will die Stadt die weitere Austrocknung verhindern und den Abbau der Moorböden bremsen. Die Entwässerung wird neu geregelt, das Schöpfwerk außer Betrieb genommen.

„Für die Umsetzung sind verschiedene Arbeiten an den Gräben und Gewässern erforderlich“, sagte der Leiter des Fachdienstes Umwelt, Daniel Meyer-Kohlstock.

„Dazu gehören Arbeiten im Bereich der Bahnbrücke, die Herstellung einer neuen Grabenverbindung am bisherigen Schöpfwerk sowie der Bau einer Anlage, mit der Wasser in trockenen Zeiten im Moor zurückgehalten werden kann. Auch mehrere Gräben müssen teilweise angepasst werden.“

Während der Bauarbeiten kann es zeitweise zu Einschränkungen an Wegen und im Bereich einzelner Flächen kommen.

Die Stadt bittet Anwohner und Besucher um Verständnis. Während der etwa sechsmonatigen Bauphase ist ein Bürger-Rundgang mit einer Führung zu einigen wichtigen Punkten im Moor geplant.

Nach Abschluss der Maßnahmen werden die Wasserstände und die Entwicklung der Pflanzen sowie ausgewählter Tiergruppen weiter beobachtet.

Bis zur Umsetzung der Maßnahme hat es lange gedauert. Bereits 2007 begann ein Planfeststellungsverfahren.

Es wurde unter anderem wegen Einwänden aus Umlandgemeinden ausgesetzt. 2017 gab es einen neuen Anlauf.

Beteiligt waren die Landeshauptstadt, der Landkreis Ludwigslust-Parchim, der Wasser- und Bodenverband „Schweriner See-Obere Sude“ sowie Vertreter der Gemeinden Pampow und Klein Rogahn. 2022 lag der überarbeitete Planentwurf vor.

2024 erging der Planfeststellungsbeschluss.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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