Die Bundeswehr plant, in Schwerin und Neubrandenburg neue Musterungszentren einzurichten. Dies teilte der friedenspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Koplin, mit.
Er kritisierte, dass der Osten Deutschlands immer dann in den Fokus rückt, wenn Soldatinnen und Soldaten benötigt werden, während bei Investitionen in die Rüstungsindustrie vor allem auf Standorte im Osten gesetzt wird, wo die Löhne niedrig sind und viele Regionen wirtschaftlich abgehängt sind.
Koplin betonte, dass es nicht neu sei, dass sozial schwächere Menschen überproportional in militärische Einsätze geschickt werden. Er wies darauf hin, dass bereits jetzt im Verhältnis zur Bevölkerung überdurchschnittlich viele Ostdeutsche in Auslandseinsätze geschickt werden.
Mit der Ansiedlung von zwei der 24 bundesweiten Musterungszentren in Mecklenburg-Vorpommern werde das Land systematisch als Rekrutierungsreservoir für die Bundeswehr ausgebaut.
„Unsere Jugend in Mecklenburg-Vorpommern darf nicht geopfert werden“, erklärte Koplin. Er forderte stattdessen Investitionen in gute Ausbildung, sichere zivile Arbeitsplätze und Perspektiven, die junge Menschen im Land halten.
Die Gelder, die in Rüstung und militärische Infrastruktur fließen sollen, fehlen in wichtigen Bereichen wie Schulen, Kitas und im sozialen Wohnungsbau.
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