ÖPNV-Einbruch: Städtetag warnt vor zehn Prozent weniger Angebot

Der Deutsche Städtetag warnt vor einem deutlichen Einbruch beim Öffentlichen Personennahverkehr. „Wir rechnen damit, dass bundesweit in 2026/27 über zehn Prozent weniger ÖPNV angeboten wird“, sagte Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

„Städte dünnen beispielsweise ihre Fahrpläne aus, bestellen ganze Strecken ab oder reduzieren zusätzliche touristische Angebote.“ Als Grund nannte der Städtetag die Finanzmisere der Kommunen. „Mit den derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln für den Öffentlichen Nahverkehr ist das derzeitige Niveau nicht mehr zu halten“, beklagte Schuchardt. Schon jetzt fehlten 14 Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre im System. Höhere Trassenpreise für den regionalen Schienenverkehr verschärften die Situation.

Der kommunale Spitzenverband nahm den neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) in die Pflicht. Der Neustart im Verkehrsministerium sei „ein guter Zeitpunkt, den angekündigten Modernisierungspakt für einen leistungsfähigen ÖPNV mit Leben zu erfüllen“. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, die ÖPNV-Finanzierung auf eine neue gesetzliche Grundlage zu stellen und einen Mobilitätspakt zu starten. Die Regionalisierungsmittel sollten vorrangig für den Schienen-Nahverkehr genutzt werden. Außerdem sagten die Koalitionspartner zu, die Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz deutlich aufzustocken.

Bund und Länder müssten Verantwortung übernehmen, appellierte Schuchardt. Als erstes müssten höhere Trassenpreise – der Städtetag beziffert die zusätzliche Belastung mit 400 Millionen Euro im Jahr – vom Tisch. „Dann können Bund und Länder unter Beteiligung der Kommunen und der Branche im September in die Verhandlungen zum Modernisierungspakt für den ÖPNV starten.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Nach Drohnen-Vorfall in Leipzig: GdP sieht Bundespolizei für Drohnenabwehr gut gerüstet

    Nach dem Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Abläufe in der Zusammenarbeit der Behörden begrüßt und die gute technische Ausstattung der Bundespolizei hervorgehoben.Die Vorkommnisse am…

    Arktis-Studie: Menschliche Aktivität verdoppelt das Brandrisiko

    Die Häufigkeit von Bränden in der Arktis hat sich in Gebieten mit menschlicher Aktivität mehr als verdoppelt. Das ergab eine Studie unter der Leitung der Universität Zürich. Zwischen 2001 und…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert