Miuccia Prada über Feminismus, Freiheit und die Herausforderung von Arbeit und Familie

Die italienische Modedesignerin und Unternehmerin Miuccia Prada hält die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie für die größte Herausforderung, die heute auf Frauen in der westlichen Welt lastet. „Wenn man nicht arbeitet, hat man keine Freiheit“, sagte Prada dem „Zeitmagazin“.

„Wenn man jemand anderen um Geld bitten muss, um zu überleben, ist man ausgeliefert. Das ist das Einzige, bei dem ich mir sicher bin: dass man sich seinen Unterhalt selbst verdienen muss.“ Prada ist selbst Mutter von zwei erwachsenen Söhnen: „Es ist wirklich kein einfaches Leben, wenn man Kinder hat, sich um alles kümmern muss und auch noch arbeitet.“

1949 in Mailand geboren, übernahm Prada die Leitung des von ihrem Großvater gegründeten gleichnamigen Unternehmens im Alter von 28 Jahren und gilt heute als einflussreichste Modeschöpferin der Welt. Dabei promovierte sie in den Siebzigerjahren in Politikwissenschaft, war damals Mitglied der Kommunistischen Partei und war in der italienischen Frauenrechtsbewegung engagiert.

Auf die Frage, was sie heute unter Feminismus verstehe, sagte Prada: „Bis vor ein paar Jahren hätte ich gesagt: Ja, ich will nackt auf die Straße gehen, um frei zu sein. Heute bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es Freiheit bedeutet, wenn eine Frau sich auszieht, oder ob es bedeutet, dass sie auf ungute Weise sexy sein will.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Experten bewerten Medienbildung an deutschen Schulen als schlecht – Forderung nach festen Ansprechpartnern

    In einer Mitgliederbefragung der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk bewerten rund 90 Prozent der Medienpädagogen die Medienbildung an deutschen Schulen als „sehr schlecht“. Das…

    Christine Lieberknecht sieht AfD-Erfolg als Plebiszit ostdeutscher Selbstbefreiung – Bodo Ramelow kritisiert Begriff Brandmauer

    Die frühere Ministerpräsidentin von Thüringen, Christine Lieberknecht (CDU), betrachtet den Erfolg der AfD auch als Reaktion der Ostdeutschen auf eine westdeutsche Dominanz in den öffentlichen Debatten. „Die bundesweit wachsende Enttäuschung…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert