Der Abschlussbericht des zweiten NSU-Untersuchungsausschusses in Mecklenburg-Vorpommern hat nach Ansicht der Linksfraktion im Landtag einen historischen Wert. Das teilte der Obmann der Fraktion, Michael Noetzel, am Freitag mit.
Der Bericht umfasse knapp 3.100 Seiten und fasse die Erkenntnisse zu rechtsterroristischen und militant-rechten Strukturen im Land seit der Wiedervereinigung zusammen.
Noetzel verwies auf die detaillierte Aufarbeitung der Aktivitäten des „Nationalsozialistischen Untergrunds“, des „Nordkreuz-Netzwerks“, von „Combat 18“, der „Oldschool Society“, des „Baltik Korps“ oder der „Kameradschaft Süd“. Der Ausschuss habe minutiös Versäumnisse und Fehler bei den Ermittlungen zum Mord an Mehmet Turgut herausgearbeitet und weitere Verbindungen des NSU-Netzwerks nach Mecklenburg-Vorpommern festgestellt.
Die Gefährlichkeit des Nordkreuz-Netzwerks dürfe nach diesem Bericht niemand mehr ernsthaft in Zweifel ziehen, so Noetzel.
Die dokumentierte enge Verflechtung zwischen AfD- und Nordkreuz-Mitgliedern solle den Blick aller demokratischen Kräfte im Umgang mit dieser Partei schärfen. Die Arbeit des Ausschusses verdeutliche, wie groß die Gefahr durch die extreme Rechte sei.
Allein 15 Menschen hätten seit 1990 in Mecklenburg-Vorpommern ihr Leben durch Rassisten, Faschisten und Chauvinisten verloren.
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